Schneeweiß und aschgrau

Als ich heute morgen bei meinen Eltern die Rolläden hochgezogen habe, sah ich eine weiße Schneepracht, sonnenbeschienen und glänzend. Irgendwie fand ich das toll, obwohl ich sonst eher ein vehementer Gegner das weißen Wassers bin…

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Ich blogge wieder!!! oder: Exkursion gen Westen

Ja, ich blogge wieder!

 

So liebe Leute, lange hat es gedauert, bis ich mich wieder dazu durchringen konnte hier was online zu stellen. Aber jetzt soll es mal wieder soweit sein…

 

Nach einem aufregenden Semester, in dem ich sehr viel gelernt habe, vor allem was Persönliches angeht und einige interessante Erfahrungen gemacht habe, war ich jetzt eine knappe Woche unterwegs im Dienste der Wissenschaft und habe ein Seminar zu den Perspektiven der europäischen Sicherheitspolitik besucht. Dabei führte mich mein Weg nach Bonn, Geilenkirchen, Brüssel und Brunssum.

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BaaderMeinhofKomplex – BMK

Hat jemand von euch den Film schon gesehen? Ich komme gerade ausm Kino wieder zurück in meine Bude… Vielleicht ist es noch zu frisch, um wirklich qualifiziert darüber zu schreiben/reden, aber ich muss meine Meinung dazu einfach einmal kund tun…

 

Ohne historisches Hintergrundwissen ist der Film kaum zu verstehen und wenn man es nicht hat, dann kann man den Film leicht für einen Film wie jeden anderen halten und man kann vergessen, dass es REALE Gegebenheiten sind, welche in dem Film dargestellt werden (sollen). 

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Berlin icke mag dir

 

Wie ich ja bereits in meinem letzten Eintrag zum Thema Berlin angekündigt habe, war ich die vergangenen zwei Tage mal wieder in unserer schönen deutschen Bundeshauptstadt. Ich muss sagen, mir gefällt es dort immer immer besser und irgendwie hab ich so das Gefühl, dass es mich dorthin mal für länger verschlagen wird…

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ja, ich lebe noch *g*

ich will eigentlich nur nen kurzen Statusbericht abgeben: Patient am Leben, alle Werte im akzeptablen Bereich, Körperfunktionen normal und wenig Besorgnis erregend.

 

Bei mir ist es nur immer so: wenn es mir mal so gut geht und so wenig los ist wie zur Zeit kommt immer wieder ein Knaller daher. Unvorbereitet haut mich das dann um. Mal sehen, ob das dieses Mal wieder so ist, oder ob der “Stress” einfach nur wieder losgeht, ohne, dass ich durch einen großen Schock oder eine bittere Enttäuschung aus meiner ruhigen Phase gerissen werde.

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ein überaus erfolgreicher Tag

Heute gibts mal ausnahmsweise einen persönlichen Eintrag in meinen Blog. Bisher hab ich euch ja eher mit politischen Inhalten gequält. ;)

 

Ich befinde mich zur Zeit mal wieder bei meinen Eltern, weil ich heute früh einen Zahnarzt-Termin hatte und mich mit der Leiterin des Stadtarchives in Ingolstadt getroffen habe. Morgen bin ich dann in München (Oktoberfest! *g*). 

Der Termin heute bei der Zahnärztin war überaus angenehm, was mich glatt etwas überrascht hat. Als empfindlich oder angsterfüllt wenn ich an den Zahnarzt denke, würde ich mich zwar jetzt nicht bezeichnen, aber gerne gehe ich da nicht hin. Vor allem habe ich letztes Jahr unangenehme Erfahrungen gemacht, weil die Ärztin absolut inkompetent und sogar brutal war. Normalerweise sind die Assistenz-Ärzte immer zwei Jahre in der Praxis, aber heute wurde ich überrascht, da eine neue Assistenz-Ärztin meine Behandlung übernommen hat. Überaus attraktiv (aber das ist tatsächlich eher nebensächlich). Besonders imponiert hat mir aber, dass sie schon bei der Begrüßung mich auf die Probleme der letzten Sitzung angesprochen hat und gemeint hat, ob diesbezüglich immer noch Probleme vorhanden wären.

Gefunden hat sie dann gott sei dank nichts bei mir: Juhu! 22 und noch kein Loch. Zitat der Ärztin: “Sie sind überhaupt nicht der Karies-Typ”. Und dann hat sie mich noch für meine schönen Zähne gelobt. Man lernt also nie aus: ich dachte nämlich nicht, dass ich schöne Zähne hätte… Aber eine befreundete Zahnärztin hat mir das neulich auch schon gesagt, da muss ich es wohl glauben…

 

Aber den Arztbesuch würde ich jetzt noch nicht als Erfolg bezeichnen. In die Kategorie fällt schon eher der Besuch im Archiv: ich hab dort ja schon zu ABI-Zeiten gearbeitet und irgendwie glaube ich mögen mich die Leute da.

Das Treffen fand wegen meiner Magisterarbeit statt. Ich will ja dort im Archiv meine Quellenarbeit machen und über die Ingolstädter Geschichte arbeiten. Deshalb wollte ich eine bezahlte Projektstelle, war aber sehr skeptisch, dass das klappt… Aber oh Wunder: ich habe einen Vertrag über sechs Monate bekommen mit 175€ monatlicher Bezahlung. Besonders cool ist, dass ich bestimmen kann, wann ich diese Stelle antrete und dass ich mein eigener Herr bin, d.h. ich muss nur am Ende der sechs Monate Ergebnisse präsentieren, wie und wann ich die Arbeit dazu mache, bleibt mir überlassen.

Aber dann hats mich fast vom Stuhl gehauen: Die Leiterin des Stadtmuseums (identisch mit der Leiterin des Archivs) will, dass ich, wenn meine MA dann mal fertig ist, daraus eine Sonderausstellung mache mit mindestens vier Räumen (eher sechs), eigenem Begleitband und einem Ausstellungskatalog. Das ist natürlich eine riesen Chance für mich! Ich könnte gerade echt voll ausflippen…

Da rückt die Publikationsgarantie für meine MA schon fast in den Hintergrund…

 

Einen Wehrmuts-Tropfen gabs allerdings auch noch: weil mein Mitstipendiat für die Promotion irgendwie Mist gebaut hat, ist mein Promotionsstipendium in Gefahr. Das Stipendium wäre ein Doppelstipendium der Stadt Ingolstadt und der Universität Tübingen, in dem ein Archäologe und ein Historiker gefördert wird. Weil der Archäologe aber wie gesagt Mist gebaut hat (was genau, weiß ich nicht), kann es sein, dass das für mich bestimmte Stipendium nicht eingerichtet wird… Aber das bekümmert mich im Moment noch nicht so sehr. Auch wenn die Dotation von 1000€ im Monat natürlich schon geil wäre… Aber wenns dann soweit ist, dann findet sich sicherlich eine Lösung!

 

 

Ich hoffe das wirkt der Artikel wirkt nicht arrogant… Ich freu mich nur zur Zeit so richtig über die Ergebnisse dieses Tages. Ich hoffe das ist mir vergönnt. Wenn ich eurer Meinung zu krass abhebe: Bitte holt mich wieder zurück!!!

Berlin oder was ich davon gesehen habe

Gestern und heute haben mich meine verschlungenen Pfade mal wieder in unsere schöne Bundeshauptstadt geführt. Grund war dieses Mal ein vom Bundesverband “Sicherheitspolitik an Hochschulen angebotener Themenabend zu den  ”Deutsch-israelischen Sicherheitsbeziehungen in Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft”. Damit verbunden war die Vorstellung eines neuen Sammelbandes zu der angesprochenen Thematik. Dadurch steigert sich die Bibliografie zu dem Thema auf insgesamt sechs Werke, die in den letzten zehn Jahren erschienen sind.

Aber damit auch wieder weg von der Ironie, hin zur ernsthaften Beschäftigung mit der Problematik des Themenabends. Die Veranstaltung sollte eigentlich von einer Podiumsdiskussion leben und daraus sollte sich wahrer Content entwickeln. Dieses Vorhaben ging leider durchaus nicht auf. Vielleicht lag es gerade an der hochkarätigen Besetzung des Panels, wie es neudeutsch so schön heißt:

- Herr Dr. h.c. Johannes Gerster: Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und “Freund Jerusalems” (ja, diesen Ehrentitel gibt es wirklich), nebenbei sitzt er für die CDU im Bundestag und macht sonst auch noch so Einiges

- Herr Ilan Bor: israelischer Gesandter des Staates Israel in Deutschland; er hat bereits einige eindrucksvolle Stationen in seiner Diplomatenkarriere hinter sich und war bereits Anfang der 1990er Jahre in Deutschland tätig

- Herr General a.D. Ephraim Lapid: ehemaliger Geheimdienstoffizier und Sprecher der israelischen Armee; u.a. war er führend an den Entscheidungen bezüglich der Entführung der israelischen Athleten bei den Olympischen Spielen 1972 in München eingebunden

- Herr Karl Mathias Klause: Stellvertretender Leiter des Referates Naher Osten, Asien, Afrika und Lateinamerika im Bundeskanzleramt

- Herr Dr. Yves Pallade (eigentlich nicht so wichtig, Erklärung folgt später): Direktor Foreign Affairs Network und Autor mehrer Bücher zur Thematik

 

Man erkennt also bereits aus den Namen (wobei ich natürlich nicht weiß, wieviel die euch nun sagen), dass der Abend durchaus hätte interessant werden können. Da allerdings der Moderator vollkommen überfordert schien und die Diskutanten sich nicht an ihre Vorgaben gehalten haben, scheiterte das Konzept und die Zielsetzung.

Jeder der fünf Personen sollte ein kurzes Anfangsstatement geben, was für diese fünf Personen im Endeffekt mal locker 1,5 Stunden gedauert hat… Dadurch war einer Fragerunde eigentlich der Gar ausgemacht. Die Beiträge der Redner waren allerdings, mit Ausnahme des Herrn Pallade, qualitativ sehr hochwertig. Pallade hingegen spielte den “Party Pupper”, wie er es selbst genannt hat, und präsentierte in einer zynischen und sehr verbitterten Art und Weise unmögliche Thesen, die er für sich wissenschaftlich – an Hand von 15 Interviews - erarbeitet haben will. Da kamen dann so Sachen raus wie: die deutsche Politik gegenüber Israel wäre lediglich heuchlerisch oder die Bundeswehr besteht zur überwiegenden Zahl aus Rechtsradikalen. Damit sollte auch geklärt sein, warum sein Name für mich nicht sooo sonderlich wichtig ist.

Herr Klause hat in der einzig richtigen Art reagiert und den Herrn gefragt, wo er sein wissenschaftliches Handwerk gelernt hätte. Der Mann ging gnadenlos unter unter seinen Mitdiskutanten, welche durchaus einen wichtigen Beitrag zur derzeitigen deutsch-israelischen Politik geleistet haben. Selbstverständlich konnte ich auch nicht alle Aussagen von ihnen teilen, aber vor allem Herr Bor hat mich sehr tief beeindruckt. Er hat in einer Klarheit geredet, die nichts zu wünschen übrig gelassen hat und hat massive Kritik an der Sanktionspolitik der Vereinten Nationen gegenüber dem Iran geübt. Für ihn ist diese Politik zu nachlässig. Auch darüber lässt sich selbstverständlich streiten. Bor hat letztendlich aber etliche Fragen aufgeworfen welche durchaus nicht so einfach zu beantworten sind, vor allem auch im Bezug auf die Haltung gegenüber Israel, der Shoa und dem Holocaust. ABER: er hat damit explizit nicht nur die Haltung der Deutschen angesprochen. Auch hat er sich sehr interessant zur Zwei-Staaten-Lösung geäußert und seine Gedanken zu einer möglichen zukünftigen weiblichen Premierministerin in Israel geäußert (er hält es für einen Beweis für den demokratischen und offen Charakter Israels)

 

Ein paar Knallköpfe, ohne Ahnung von der Thematik waren selbstverständlich auch im Publikum. Da fielen dann so Aussagen wie: “Geben Sie es doch zu, Israel versucht in Wahrheit den Iran auszulöschen” oder “Was die Israelis mit den Araber machen, ist viel schlimmer als das was die Deutschen dem jüdischen Volk “angetan” hat.”

Das waren aber gott sei dank wirklich nur zwei oder drei von vielleicht ca. 120 Anwesenden. 

 

Was aber am interessantesten am ganzen Abend war, waren die Gespräche im Anschluss. Hier habe ich eine Mitarbeiterin des SPD-Bundesparteivorstandes kennengelernt, die mir überaus interessante Sachen über die internen Strukturen und Abläufe in der SPD erzählt hat. Desweiteren habe ich ein Mitglied des Vorstandes der deutsch-israelischen Gesellschaft kennen und schätzen gelernt. Dann habe ich mich ausführlich mit jemandem vom Bundespresseamt unterhalten, mit Leuten aus diversen Organisationen geredet und mich intensiv mit einem Studenten unterhalten, der in Deutschland und im Ausland jeweils einen BA gemacht hat. Das war v.a. interessant, um von ihm mal die Einschätzung zu bekommen, wie der deutsche BA gegenüber dem ausländischen qualitativ steht: leider kam der deutsche nicht allzu gut weg (wen wunderts).

Nebenbei habe ich im Gespräch mit ihm festgestellt, dass wir eine gemeinsame gute Bekannte haben. Schon witzig, wie klein die Welt doch sein kann.

 

Zum Abschluss des Abends waren wir dann in der “Newton Bar”, nem Berliner Szene-Bar/Lounge/Club. War sehr witzig, auch wenn ich mich standhaft geweigert habe 5 Euro für 0,33 Pils zu bezahlen oder einen Cocktail für billigstenfalls 10 Euro zu bestellen. Aber da wir draußen saßen – drin war kein Platz mehr – wurde es doch sehr schnell frisch und so bin ich mit ner Bekannten aus Mainz um ca. 1 in die Kaserne gefahren.

 

Ja, ihr habt richtig gelesen: ich durfte in der Kaserne nächtigen. Und zwar nicht in Stuben mit X Kadetten, sondern in der Offiziers-Unterkunft. Die Zimmer waren echt edel: Schreibtisch, Couch, großes Bett, eigenes Bad, zwei Sessel.

Da bereut man es ja schon fast, dass man nicht länger als 18 Stunden in Berlin bleiben kann.

 

Aber Berlin sieht mich in weniger als drei Wochen bereits wieder: da ist das nächste Seminar des BSH, dieses Mal zur neuen deutschen Afrika-Politik. Und wer sich jetzt frägt, wie ich mir das leisten kann: der BSH ist eine Unterorganisation des Reservistenverbandes; d.h.: die zahlen An- und Abreise und die Übernachtung. Doof ist nur, dass man um 8 die Zimmerschlüssel schon wieder abgeben muss: ausschlafen ist dann natürlich nicht drin.

 

Und was gibts in Erlangen Neues? Informiert mich mal ;)

Regen und mehr

warum muss es heute eigentlich regnen? Und vor allem, warum regnet es ausgerechnet dann, wenn ich raus gehen muss. Bisher bin ich zwar nicht zu sehr nass geworden, aber wer weiß was passiert, wenn ich dann nachher heimgehen muss/darf… Aber da ich nicht aus Zucker bin blicke ich auch dem sehr gleichgültig entgegen, es ist nur irgendwie trotzdem nervig…

 

Nachdem ich die letzten beiden Tage unheimlich gut mit meiner Hausarbeit vorangekommen bin, gönne ich mir heute mal wieder ne Pause beim Schreiben, ich hab ja noch Zeit ;-) Und es fehlt mittlerweile auch tatsächlich nimmer die Welt.

Aber trotz allem war der Tag bisher schon sehr ereignisreich, dabei kommt doch der eigentlich interessante Teil heute erst noch… Ich hab heute auf jeden Fall schonmal erfahren, dass ich nächste Woche nun doch zu dem Seminar bzw. dem Themenabend gehen kann, welcher vom BSH aus in Berlin stattfindet. Und das spaßigste daran ist: ich brauche dafür NICHTS zu bezahlen. Die Reisekosten und die Übernachtung werden übernommen. Ok, die Übernachtung ist in einer Kaserne, das ist nicht sooo optimal, v.a. weil weit draußen und direkt neben dem Flughafen, aber es gibt dort echt lecker Frühstück!!!

Dann war ich heute schon mit ner Freundin Kaffeetrinken, was nun tatsächlich nicht spannend war. Aber was mich gefreut hat: wir haben uns ewig nicht gesehen und auch nix voneinander gehört, aber es war wie immer. Keine Sorge, ich reiße die Diskussion von Sas über die Freundschaft nicht wieder auf, aber ich finde es trotzdem interessant, dass es so war.

Was mich heute auch überrascht hat war die Sprechstunde bei Herrn Prof. Sturm. Von ihm hatte ich bisher eigentlich kein so gutes Bild, aber heute in der Sprechstunde war es richtig angenehm. Vor allem gefällt mir sein Seminarkonzept: es gibt einen Hauptdiskutanten, welcher die Diskussion in der entsprechenden Sitzung am Laufen halten muss, dafür gibt es keine Referate. Aber was ich tatsächlich spannend finde ist das Programm des “Föderalismus”-Hauptseminars: Jede Woche ein anderes Land der Erde (Deutschland, Kanada, Italien, Russland, Irak, Balkan, Indien, Spanien, Schweiz, USA, Österreich, Südafrika, Australien) und das gesamte Seminar ist eher eine Tagung, denn annähernd jede Woche ist ein Professor einer anderen Universität, welcher seinen Forschungsschwerpunkt auf dem Bereich hat als Diskutant und Referent anwesend sein. Dabei so klingende Namen wie Prof. Dr. Rothermund für Asien, Prof. Dr. Delmartino für Kanada oder Prof. Dr. Nagel, der in Barcelona lehrt. Wird bestimmt ne spannende Sache. Vielleicht erzähl ich ja im Laufe des Semesters mal mehr darüber…

 

So, und jetzt werde ich mich dann mal in den Regen stürzen und versuchen halbwegs trockenen Fusses das Cafe Mengin zu erreichen. 

 

over and out

Kurt Beck und die SPD

Da erwartet man nichts böses, als man SPIEGEL online aufschlägt und was entdeckt man: einen geknickten Kurt Beck, welcher mehr oder minder alles hinschmeißt. Oder muss er das tun? Ist es nur konsequent von ihm das Steuer in der SPD an jemand anderen abzugeben? Irgendwie kann er einem schon leid tun, selbst wenn man von der “gegnerischen” Partei ist. 

Sicherlich war das Fahrwasser in dem sich die SPD von Kurt Beck bewegt hat nicht immer das ruhigste und er selbst war auch nicht derjenige, welcher für Stabilität im Kurs der Partei gesorgt hat. Man bedenke nur sein wankelmütiges Auftreten gegenüber der Linkspartei. Halte man von dieser Partei was man will, aber sie ist der Faktor, welcher der SPD im Moment in Deutschland das Wasser abgräbt. 

Der Rücktritt des großen Bären Kurt ist sicherlich konsequent, er muss es tun, um sein Gesicht wahren zu können, schließlich hatte ER größeres vor. Hätte seinen sicheren Job als Landesvater von Rheinland-Pfalz an den Nagel gehängt und sich für den Bundestag und den dortigen Fraktionssitz hergegeben. Dort ist der Wind vielleicht ein anderer, aber ob dieser Posten prestigeträchtig ist, kann natürlich auch erörtert werden.

Da sind wir aber dann schon bei einem Punkt, welcher mir schon länger durch den Kopf geistert: Anscheinend stellt die SPD einen Kanzlerkandidaten auf (hier muss man nicht gendern, weil es sich ja tatsächlich um einen Mann handelt), welcher von vornherein weiß, dass ER nicht zum Kanzler gewählt werden wird, sondern mehr oder minder deutlich gegen Angela Merkel verlieren wird. Ist das die richtige Konzeption von Politik, vor allem von einer deutschen Volkspartei? Die Historie zeigt zwar, dass es nicht ausgeschlossen ist trotz ausbleibendem Wahlerfolg sich mehrmals für ein und dasselbe Amt zu bewerben (Franz Maget, Gesine Schwan in jüngster Zeit; Willy Brandt und Erich Ollenhauer in der Vergangenheit), doch halte ich die Konzeption der SPD für grundlegend falsch. Es kann natürlich auch sein, dass ich mich grundlegend täusche und die SPD darauf hofft, dass Frank-Walter Steinmeier die Partei bis zur Wahl wieder soweit reparieren kann, dass die SPD wieder konkurrenzfähig zur CDU/CSU wird. 

Die Führungsspitze Franz Müntefering (neuer SPD-Chef) und Frank-Walter Steinmeier kann auf jeden Fall einiges erreichen. Aber nur, wenn die Querelen sich schnell legen und die SPD eine vor allem konsequente Linie gegenüber der Linkspartei und vor allem zum “Hessen-Konflikt” findet. Meine Meinung zu dieser Sache dürfte hinlänglich bekannt sein. 

Aber um nochmal auf die ersten Zeilen zurück zu kommen: ist es wirklich klug hals über kopf alles hinzuschmeißen? Wie gesagt: er musste es tun, aber hätte man das nicht auch in einer offiziellen Pressekonferenz verkünden können? So wirkt das ganze doch erneut wie Sandkasten-Streiterei. Kurt hätte einen “sauberen” Stabwechsel vollziehen können und damit auch sein eigenes Profil erneut schärfen können.

Aber wahrscheinlich war es nur eine Kurzschluss-Reaktion von Herrn Beck und er bereut es nun, wohl auf dem Weg zurück nach Mainz, bereits. Mal sehen wie diese Story weitergeht.

 

 

Und nun noch was ganz anderes: warum geht der UB-Katalog schon wieder nicht? Ich darf jetzt noch zwei Stunden hier an der Lesesaal-Theke in der UB sitzen und habe NICHTS zu tun, weil dieser OPAC mal wieder kaputt ist. Wollte einiges recherchieren für meine MA bzw. das Expose dazu. Naja, wahrscheinlich ist er wieder intakt, wenn meine Schicht beendet ist und ich mich mit diversen langweiligen PC-Spielen (mangels guter Spiele auf diesem Rechner) vergnügt habe.

Aber warum denn nur immer schimpfen? Ich möchte an dieser Stelle auch mal festhalten, dass ich so eine “terminlose” Zeit mit so viel “ich mache heut mal was mir gefällt” schon längere Zeit nicht mehr gehabt habe. Tut mal richtig gut! Naja, vielleicht sollte ich doch mal meine Hausarbeit schreiben, aber alles mit der Ruhe: der Druck kommt erst Ende des Monats, wenn dann Abgabetermin ist ;=)

Geschützt: Ablenkung?

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