Da erwartet man nichts böses, als man SPIEGEL online aufschlägt und was entdeckt man: einen geknickten Kurt Beck, welcher mehr oder minder alles hinschmeißt. Oder muss er das tun? Ist es nur konsequent von ihm das Steuer in der SPD an jemand anderen abzugeben? Irgendwie kann er einem schon leid tun, selbst wenn man von der „gegnerischen“ Partei ist.
Sicherlich war das Fahrwasser in dem sich die SPD von Kurt Beck bewegt hat nicht immer das ruhigste und er selbst war auch nicht derjenige, welcher für Stabilität im Kurs der Partei gesorgt hat. Man bedenke nur sein wankelmütiges Auftreten gegenüber der Linkspartei. Halte man von dieser Partei was man will, aber sie ist der Faktor, welcher der SPD im Moment in Deutschland das Wasser abgräbt.
Der Rücktritt des großen Bären Kurt ist sicherlich konsequent, er muss es tun, um sein Gesicht wahren zu können, schließlich hatte ER größeres vor. Hätte seinen sicheren Job als Landesvater von Rheinland-Pfalz an den Nagel gehängt und sich für den Bundestag und den dortigen Fraktionssitz hergegeben. Dort ist der Wind vielleicht ein anderer, aber ob dieser Posten prestigeträchtig ist, kann natürlich auch erörtert werden.
Da sind wir aber dann schon bei einem Punkt, welcher mir schon länger durch den Kopf geistert: Anscheinend stellt die SPD einen Kanzlerkandidaten auf (hier muss man nicht gendern, weil es sich ja tatsächlich um einen Mann handelt), welcher von vornherein weiß, dass ER nicht zum Kanzler gewählt werden wird, sondern mehr oder minder deutlich gegen Angela Merkel verlieren wird. Ist das die richtige Konzeption von Politik, vor allem von einer deutschen Volkspartei? Die Historie zeigt zwar, dass es nicht ausgeschlossen ist trotz ausbleibendem Wahlerfolg sich mehrmals für ein und dasselbe Amt zu bewerben (Franz Maget, Gesine Schwan in jüngster Zeit; Willy Brandt und Erich Ollenhauer in der Vergangenheit), doch halte ich die Konzeption der SPD für grundlegend falsch. Es kann natürlich auch sein, dass ich mich grundlegend täusche und die SPD darauf hofft, dass Frank-Walter Steinmeier die Partei bis zur Wahl wieder soweit reparieren kann, dass die SPD wieder konkurrenzfähig zur CDU/CSU wird.
Die Führungsspitze Franz Müntefering (neuer SPD-Chef) und Frank-Walter Steinmeier kann auf jeden Fall einiges erreichen. Aber nur, wenn die Querelen sich schnell legen und die SPD eine vor allem konsequente Linie gegenüber der Linkspartei und vor allem zum „Hessen-Konflikt“ findet. Meine Meinung zu dieser Sache dürfte hinlänglich bekannt sein.
Aber um nochmal auf die ersten Zeilen zurück zu kommen: ist es wirklich klug hals über kopf alles hinzuschmeißen? Wie gesagt: er musste es tun, aber hätte man das nicht auch in einer offiziellen Pressekonferenz verkünden können? So wirkt das ganze doch erneut wie Sandkasten-Streiterei. Kurt hätte einen „sauberen“ Stabwechsel vollziehen können und damit auch sein eigenes Profil erneut schärfen können.
Aber wahrscheinlich war es nur eine Kurzschluss-Reaktion von Herrn Beck und er bereut es nun, wohl auf dem Weg zurück nach Mainz, bereits. Mal sehen wie diese Story weitergeht.
Und nun noch was ganz anderes: warum geht der UB-Katalog schon wieder nicht? Ich darf jetzt noch zwei Stunden hier an der Lesesaal-Theke in der UB sitzen und habe NICHTS zu tun, weil dieser OPAC mal wieder kaputt ist. Wollte einiges recherchieren für meine MA bzw. das Expose dazu. Naja, wahrscheinlich ist er wieder intakt, wenn meine Schicht beendet ist und ich mich mit diversen langweiligen PC-Spielen (mangels guter Spiele auf diesem Rechner) vergnügt habe.
Aber warum denn nur immer schimpfen? Ich möchte an dieser Stelle auch mal festhalten, dass ich so eine „terminlose“ Zeit mit so viel „ich mache heut mal was mir gefällt“ schon längere Zeit nicht mehr gehabt habe. Tut mal richtig gut! Naja, vielleicht sollte ich doch mal meine Hausarbeit schreiben, aber alles mit der Ruhe: der Druck kommt erst Ende des Monats, wenn dann Abgabetermin ist ;=)