BaaderMeinhofKomplex – BMK

Hat jemand von euch den Film schon gesehen? Ich komme gerade ausm Kino wieder zurück in meine Bude… Vielleicht ist es noch zu frisch, um wirklich qualifiziert darüber zu schreiben/reden, aber ich muss meine Meinung dazu einfach einmal kund tun…

 

Ohne historisches Hintergrundwissen ist der Film kaum zu verstehen und wenn man es nicht hat, dann kann man den Film leicht für einen Film wie jeden anderen halten und man kann vergessen, dass es REALE Gegebenheiten sind, welche in dem Film dargestellt werden (sollen). 

Die Schauspieler sind sehr gut besetzt, da sage ich gar nix dagegen, aber irgendwie wirkt der Film auf mich wie übermässig inszeniert und als wäre die Gruppe um Andreas Baader Herr der gesamten Ereignisse in der BRD gewesen nachdem die Gruppe bereits inhaftiert war. Ganz furchtbar fand ich Bruno Ganz, als er über den Terrorismus und seine zukünftige Entwicklung philosophiert in einer Krisenstabssitzung. Ich nenne an dieser Stelle bewusst den Namen des Schauspielers und nicht der realen Person.

 

Was ich hingegen wirklich gelungen fand waren die häufigen Einblendungen von Original-Fernsehszenen aus der Zeit bzw. aus der Berichterstattung. Das hat die Sache halbwegs Realitätsnah gemacht. Wenig deutlich kam für mich aber die Isolationshaft heraus. Wenn man Aust nicht gelesen hat, dann wird schwerlich deutlich, wie sehr auch die Terroristen unter dieser Haft zu leiden hatten.

 

Was ich allerdings nicht teilen kann sind die Meinungen, dass die RAF im BMK verherrlicht wird. Es findet durchaus eine kritische Differenzierung und Darstellung statt, auch wenn an manchen Stellen durchaus die Staatsgewalt etwas zu brutal dargestellt wird. 

 

Insgesamt betrachtet ziehe ich also eine gemischte Bilanz! Es fehlen meiner Ansicht nach einige Dinge, wie z.B.: eine Begründung warum Baader, Enslin, Raspe und Meinhof den Hungerstreik abgebrochen haben. Auch finde ich es nicht gut, dass mit dem Tod der drei verbliebenen (Baader, Raspe, Enslin) und anderer der Film endet. Die Geschichte der RAF geht ja durchaus weiter bis in die Mitte der 1990er Jahre!

 

Am Ende werfe ich Susannes Frage als Diskussionsansatz auf: „Es bleibt immer die Frage, wie die geschichtliche Wirklichkeit ab jetzt in der Zukunft dargestellt und erlebt werden soll“ Auf eine fröhliche Diskussion ;)

1 Kommentar

  1. marcellimamilanoludwig sagte,

    Oktober 15, 2008 um 8:51

    hab ihn vor einiger Zeit gesehen:
    -verstehen konnte man ihn eigentlich schon relativ leicht fand ich – dass das ein Film ist der v.a. das gebildetere Publikum ansprechen soll ist klar
    -Herold (=Ganz) wurde zu prophetisch/perfekt dargestellt – fand ich auch
    -Isolationshaft fand ich ganz im Gegenteil seehr deutlich dargestellt – kam ja auch im Gerichtsverfahren nochmal verbal die Problematik – Fakt ist aber dass die RAF-Leute die meiste Zeit absolute Luxus-Gemeinschaftszellen hatten im Vergleich zu den anderen Gefangenen
    -was die Staatsgewalt angeht – ich weiß nicht wie gesichert z.B. ist dass die Polizei die Gefangenen min. einmal bei einem Verhör misshandelt hat. Wenn sich das halten lässt war die Darstellung der Staatsgewalt ok.
    -Das abrupte Ende nach der Ermordung Schleyers fand ich auch schade – nichtmal ein Nachspann zu den Dingen die dann noch passiert sind…


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