Ich blogge wieder!!! oder: Exkursion gen Westen

Ja, ich blogge wieder!

 

So liebe Leute, lange hat es gedauert, bis ich mich wieder dazu durchringen konnte hier was online zu stellen. Aber jetzt soll es mal wieder soweit sein…

 

Nach einem aufregenden Semester, in dem ich sehr viel gelernt habe, vor allem was Persönliches angeht und einige interessante Erfahrungen gemacht habe, war ich jetzt eine knappe Woche unterwegs im Dienste der Wissenschaft und habe ein Seminar zu den Perspektiven der europäischen Sicherheitspolitik besucht. Dabei führte mich mein Weg nach Bonn, Geilenkirchen, Brüssel und Brunssum.

 

Bonn ist immer wieder eine Reise wert. Bin mittlerweile zum dritten Male da gewesen und entdecke immer wieder Neues über diese Stadt. Organisationen, Institutionen und „bekannte“ Persönlichkeiten.

Zur Einstimmung in Bonn haben wir am Sonntag das Haus der Deutschen Geschichte besucht. Dieser Besuch war sehr interessant, auch wenn ein Lehrer immer alles besser gewusst hat und die Führerin deswegen sehr schnell sehr genervt war… In meinen Augen nur verständlich.

An dieser Stelle vielleicht auch gleich noch der Einwurf, dass ich mich hier in einer sehr heterogenen Seminargruppe bewege. 7 Studierende, 17 Lehrerinnen und Lehrer (vorwiegend aus den östlichen Gefilden unserer Republik), 1 zivilen Bundeswehrler, 1 Jugendoffizier und 1 Hauptmann (und gleichzeitig Seminarleiter). Diese Mischung verspricht interessante Gespräche, aber (leider) auch, dass es zu wenig Austausch zwischen Lehrern und Studierenden…

Am Montag dann hatten wir insgesamt vier Vorträge auf dem Programm:

a)      zur medienpolitischen Verpflichtung der Bundeswehr

b)      zu den Herausforderungen der amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik: präsentiert von einem Herzblutamerikaner und Obama-Anhänger, welcher allerdings sein Thema mal komplett verfehlt hat. Dennoch hat Dr. Andrew Denison einen hervorragenden und überaus informativen Vortrag gehalten

c)      zur russischen Außen- und Sicherheitspolitik und deren Bedeutung für Europa: auch hier knapp an der Themaverfehlung. Und für diesen Vortrag muss man sagen, dass Objektivität in meinen Augen anders aussieht… Aber da Herr Dr. Aschot Manutscharjan ein Dutz-Freund des georgischen Präsidenten ??? ist, kann das vielleicht auch nur schwer verwundern…

d)     zu zerfallenden Staaten: dieser Vortrag war nur in der ersten Hälfte dem Thema treu, danach ging es um al-Quida und den internationalen Terrorismus. Der Vortrag war wahnsinnig gut und hat mir persönlich sehr viel gebracht. Allerdings war es auch sehr schockierend, wie Herr Dr. Kai Hirschmann (bekannt aus Funk und Fernsehen) vom Institut für Terrorismusforschung auch die Gefahr für Deutschland geschildert hat…

 

Nach einem gemütlichen Pub-Besuch in der Bonner Innenstadt ging es am Dienstag ziemlich früh weg von Bonn hin nach Geilenkirchen zum NATO-AERWACS-Verband und zum Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr. Beide Programmpunkte gestalteten sich überaus interessant und wurden uns kurzweilig, aber mit der nötigen Detailschärfe und dem gebotenen Ernst nahegebracht. Sogar fotografieren war in gewissen Teilen des Flugzeugs erlaubt. Schon sehr beeindruckend diese Aufklärungsflugzeuge. Untermalt wurde die Flugzeugbesichtigung durch die ein oder andere Geschichte unseres Führers, der selbst fast täglich mit der AERWACS im Einsatz oder auf Übungsmission ist.

 

Von dort aus starteten wir durch nach Brüssel. Kaum dort angekommen gabs endlich wieder was zu beißen ;)    Fünf Gänge in einem kleinen schnuckligen Restaurant war schon mal ned schlecht möchte ich sagen. Nur die Getränkepreise waren ziemlich Hauptstadtmässig.

Die Jugendtruppe ließ es sich dann aber nicht nehmen noch ein wenig weiter die Kneipenlandschaft in Belgien zu erkunden.

 

Am Mittwoch dann startete der Tag in der Europäischen Kommission mit zwei ultimativ uninformativen und mehr als unstrukturierten Vorträgen zu abstrusen Themen, die nicht wirklich zur Kommission gepasst haben. Dramatisiert wurde die Situation noch dadurch, dass es nur abgestandenes Wasser und widerlichen Kaffee zu trinken gab. Man merke sich also: lieber woandershin als zur Kommission ;)

 

Zu Mittag versuchten wir dann etwas nahrhaftes zu finden, was allerdings im Endeffekt sich als schwieriger erwies, als man vielleicht annehmen möchte. Zuletzt landeten wir dann bei einer Frittenbude, wo wir uns fettigste Pommes reingezogen haben. Die Lokalität wäre allerdings wohl nach deutschem Gesetzesstandard längst geschlossen gewesen.

 

Als nächster Programmpunkt wurde uns eine Stadtrundfahrt angeboten. Unsere Führerin war derart lustig, dass wirklich niemand auf die Idee kam sich zu langweilen. Vor allem die Busfahrer mussten enorm unter ihrem Humor leiden. Zitate werden hier bewusst zurückgehalten. Da sich die Führung dann aber doch ca. 3,5 Stunden hinzog brauchten wir erstmal nen Kaffee, den wir uns in einer kleinen Seitenbar gegönnt haben. Witzig hier war, dass wir einen anderen Gast bitten wollten ein Foto von unserer Runde zu schießen, der uns aber entgegnete: „Ach, ihr wollt ein Foto von mir machen? Da muss ich mich erst nochmal hübsch machen“ Letztendlich schoss er dann erstmal ein paar Bilder von sich, bevor er sich bequemte auch Bilder von uns zu schießen.

 

Von der als Abendveranstaltung angebotenen Verkostung belgischen Biers muss dann natürlich hier auch noch berichtet werden. Es gab drei Biere, welche zu verkosten waren, da diese Biere allerdings doch durchaus ziemlich stark waren (9%, 8,5% und 7%) mussten die Herren der Schöpfung die Biere der Damen des Herrn mittrinken. Das führte dazu, dass der anwesende Jugendoffizier und meine Wenigkeit letztendlich von jedem Bier drei Stück konsumiert haben. Insgesamt wurde die Runde immer lustiger und lustiger. Als die Zeit der Sperrstunde gekommen war, waren schon einige nach Hause gewankt und eine der Lehrerinnen hatte sich noch in der Taverne übergeben. Der Abend hatte auf jeden Fall auch etwas Gutes: jetzt sind wir alle beim Du und niemand hat mehr ein Geheimnis ;)

Interessant war dann natürlich auch der Donnerstag morgen ;)

 

Der Donnerstag war dann mein Reisetag… Morgens haben wir noch den Europäischen Rat besucht und uns intensiv auch über das umstrittene Kunstwerk in der Vorhalle des Rats-Gebäudes informiert. Über einen kurzweilig gehaltenen Vortrag wurden wir über die neuesten Entwicklungen in der ESVP informiert. Der Redner hatte nur eine sehr amüsante Stimme, was das ernsthafte Zuhören nicht immer einfach gemacht hat.

Danach ging es weiter nach Brunssum zum NATO Hauptquartier. Ebenfalls ein sehr interessanter Besuch mit eindrucksvollen Schilderungen über die Lage in Afghanistan. Vor allem zeigte uns der Presseoffizier Filmaufnahmen von Anschlägen und wie hinterhältig diese auf die unwissenden Soldatinnen und Soldaten ausgeführt wurden. Nach einer Abschlussdiskussion über die möglichen Strategien für die Zukunft des Landes, die selbstverständlich keine Ergebnisse produzierte, ging es dann zurück mit dem Bus nach Bonn. Hier trennten sich die Wege von mir und dem Rest der Seminargruppe. Da ich gerne die Hochschulratssitzung am Freitag „mitnehmen“ wollte, musste ich das Seminar einen Tag früher abbrechen, als die anderen TeilnehmerInnen.

 

 

Was kann man als Fazit festhalten? Sicher ist auf jeden Fall, dass man mit der Bundeswehr super wegfahren kann und sich dabei auch wenn das Publikum nicht nur aus Altersgenossen besteht richtig gut amüsieren kann. Allerdings sollte man sich vor belgischen Restaurant-Toiletten hüten, welche im besten Fall durch eine Trennwand zwischen Pissoir und Frauentoilette getrennt sind. Zudem sind die hygienischen Zustände dort sehr fragwürdig in meinen Augen.

Man hat viel gelernt und doch einiges mitgenommen. Die nächste Fahrt mit der Bundeswehr ist schon fest in Planung. ;)

 

 

2 Kommentare

  1. stefan sagte,

    Februar 13, 2009 um 3:06

    ne bierverköstigung also auch noch? aber ich finds toll, dass du mal wieder so viel gelernt hast :-)

  2. marcellimamilanoludwig sagte,

    Februar 14, 2009 um 1:11

    klingt sehr cool das ganze – hab da doch echt was verpasst…


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